S2 | EP05: Nein sagen hat seinen Preis

Shownotes

Ich wusste früh, dass ich Nein sagen müsste. Ich habe es trotzdem lange nicht getan.

Schon zu Beginn einer Begleitung hatte ich ein mulmiges Gefühl. Ich habe es weggewischt, weil ich neugierig war und helfen wollte. Mit der Zeit kamen immer mehr Nachrichten, auch außerhalb unserer vereinbarten Zeiten, und ich habe das Thema mit nach Hause genommen: an den Abendbrottisch, bis ins Einschlafen. Vor dem Gespräch, in dem ich die Zusammenarbeit beendet habe, stand ich da wie am Startblock vor einem Wettkampf. Das war mein Preis. Nicht das Nein, sondern alles, was ich bis dahin nicht gesagt hatte.

Ken hält dagegen: Nicht jeder Konflikt ist seiner, und er setzt lieber vorher eine Regel, als im Moment zu ringen. Bevor er zusagt, schläft er erst einmal drüber. Als er sagt, die schlimmen Folgen eines Neins seien doch nur Hypothesen, bleibe ich dabei: Die fühlen sich verdammt real an.

Zum Mitnehmen: Wenn das nächste Mal jemand etwas von dir will, warte zwei, drei Sekunden, bevor du antwortest. Spür hin, wo es eng wird: in der Brust, im Bauch, im Atem. Danach kannst du immer noch Ja sagen. Aber dann weißt du, was du tust.

Tim

Nächste Folge am 18. November: „Wem gehört deine Gesundheit?“
Neue Folgen mittwochs alle zwei Wochen.

Mehr zu uns:
Ken Niestolik, Experte für Stresskompetenz in Leipzig
Tim Bertko, Gesundheitshandwerker in Berlin

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