Gesundheit unter Druck: Was liegt wirklich in deiner Hand?
Shownotes
Der Satz „Das liegt doch in deiner Hand“ ist für viele Menschen zynisch. Zwei Folgen lang haben wir darüber gesprochen, was in der eigenen Hand liegt. Heute geht es um das, was nicht darin liegt.
Ich begleite einen Klienten, der eine klar beschriebene Stelle angetreten hat. Nach wenigen Wochen waren es drei Aufgabenbereiche, von denen vorher keiner gesprochen hatte. Er ist dauernd erreichbar, abends warten die Kinder, und das Wochenende reicht nicht mehr zum Erholen. Mehr Sport, mehr Schlaf, einfach Nein sagen: Das weiß er alles. Es hilft ihm gerade nicht.
Ken setzt einen anderen Schwerpunkt: Wer im Daueralarm steckt, hat gar nicht die Kraft zu widersprechen. Regulation ist für ihn kein Pflaster, sondern die Voraussetzung, um überhaupt Nein sagen zu können. Da gebe ich ihm recht. Mein Einwand bleibt: Wer sich nur reguliert, um die Verhältnisse auszuhalten, macht sie durch die Hintertür zu seinem eigenen Problem.
Zum Mitnehmen: Sortier eine Sache, die dich gerade belastet, in drei Fächer. Was liegt in meiner Hand? Was nicht? Und was kann ich zumindest indirekt beeinflussen? Für die Tage, an denen alles zu viel ist, reicht ein kleiner Anker am Morgen und einer am Abend.
— Tim
Nächste Folge am 21. Oktober: „Wer macht die Verhältnisse?“
Neue Folgen mittwochs alle zwei Wochen.
Mehr zu uns:
Ken Niestolik (kenniestolik.de), Experte für Stresskompetenz in Leipzig
Tim Bertko (timbertko.com), Gesundheitshandwerker in Berlin
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